Schnell erklärt
Eine Industriebatterie mit Lötfahne, Axialdraht oder Printpins wird durch die vollständige Zellreferenz und ihre Anschlusszeichnung eindeutig beschrieben. Zur Bestellung gehören Anschlussform, Kontaktzahl, Polarität, Positionen, Maße und Zeichnungsstand. „3 Pins“ oder „Z-Lötfahne“ allein reichen nicht. Für einen Ersatz muss zusätzlich die Gerätefreigabe passen; bei einer neuen Baugruppe werden Batterie und Leiterplatte gemeinsam abgestimmt.
- Zelle und Kontaktierung getrennt erfassen: Gleiche Grundzelle bedeutet nicht gleiche Einbaubarkeit.
- Polbild dokumentieren: Die Anzahl der Pins sagt noch nichts über ihre Belegung.
- Ansicht festlegen: Bauteilansicht und Ansicht von der Leiterplattenunterseite können spiegelverkehrt sein.
- Zeichnung freigeben: Anschlussmaße, Toleranzen und Bestellcode müssen zusammenpassen.
In diesem Beitrag
Welche Anschlussart passt zur Einbausituation?
Die Anschlussart beschreibt, wie die Zelle elektrisch und mechanisch in das Gerät integriert wird. Die Kontaktierung muss zum Montageverfahren und zum vorgesehenen Bauraum passen. Sie ersetzt nicht die Prüfung von Zellchemie, Lastprofil und Temperatur.
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| Anschlussart | Kennzeichen und Verwendung | Entscheidende Angaben |
|---|---|---|
| Lötfahne, etwa U- oder Z-Form | Vormontierte flache Metallfahnen für die vorgesehene Verbindung. | Richtung beider Fahnen, Länge, Breite, Dicke, Biegung, Polarität und Isolierung. |
| Axialdraht | Drähte werden an gegenüberliegenden Zellenden entlang der Längsachse herausgeführt. | Drahtdurchmesser, freie Länge, Gesamteinbaulänge, Biegeausführung und Polzuordnung. |
| Printpins / Leiterplattenkontakte | Vorgefertigte Kontakte für eine definierte Leiterplattenmontage; sie können rund oder flach sein. | Kontaktzahl, Polbild, sämtliche Positionen, Querschnitt, Anschlusslänge und Einbauhöhe. |
| Kabel und Stecker | Separate Verbindung zwischen Batterie und Elektronik. | Steckerserie, Kontaktzahl, Verriegelung, Kabellänge, Leitungsquerschnitt und Belegung. |
U- und Z-Bezeichnungen geben einen Hinweis auf die Fahnenanordnung. Sie sind keine vollständige Maßzeichnung. Übernehmen Sie deshalb auch bei einer bekannten Bezeichnung die konkrete Ausführung aus der Hersteller- oder Lieferantenzeichnung.
Sicherheitshinweis: Bestellen Sie die vorgesehene kontaktierte Ausführung. Löten Sie nicht direkt an das Zellgehäuse und verändern Sie die Kontaktierung nicht improvisiert. Lithium-Primärbatterien dürfen nicht geladen oder kurzgeschlossen werden. Montage und Verarbeitung richten sich nach den Unterlagen der konkreten Zelle und Baugruppe. Tadiran erläutert diese Grenzen in seiner technischen Broschüre, Kapitel 4 und 8.4.
Was ist der Unterschied zwischen Pinzahl, Polbild und Rastermaß?
Pinzahl ist die Anzahl der herausgeführten Kontakte. Das Polbild ordnet jedem Kontakt Plus, Minus oder eine andere ausdrücklich dokumentierte Funktion zu. Das Rastermaß beschreibt einen definierten Abstand zwischen Kontaktmitten. Bei drei Kontakten genügt ein einzelner Abstand häufig nicht, um die gesamte Anordnung zu beschreiben.
Eine Batterie mit drei Pins besitzt nicht automatisch einen dritten elektrischen Pol. Mehrere Kontakte können zum selben Batteriepol gehören. Übertragen Sie eine Belegung aber niemals ungeprüft von einer anderen Zelle oder Bauform.
Merksatz: Gleiche Pinzahl bedeutet weder gleiches Polbild noch passende Leiterplattenbohrungen.
Nummerieren Sie Kontakte in Ihrer eigenen Zeichnung eindeutig und legen Sie den Blick auf das Bauteil fest. Bei einem Wechsel zur Unteransicht können sich links und rechts vertauschen. Ein Foto ohne erkennbare Orientierung genügt deshalb nicht als Beleg für die Polarität.
Herstellerbeispiel: Warum der vollständige Bestellcode zählt
Die Tadiran-Produktbroschüre 2026 führt für die SL-350 unterschiedliche Anschlussausführungen mit eigenen Sachnummern auf. Die Anschlusszeichnung steht auf der gedruckten Seite 5, im PDF auf der dritten Seite. Die folgenden Angaben wurden am 10.10.2026 geprüft.
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| Vollständiger Typ | Herstellerbezeichnung | Sachnummer |
|---|---|---|
| SL-350/S | Standard | 11 1 03501 00 |
| SL-350/T | Anschlussfahnen | 11 1 03502 00 |
| SL-350/P | Anschlussdrähte | 11 1 03503 00 |
| SL-350/PR | Radiale Pins | 11 1 03506 00 |
| SL-350/PT | Verpolsichere Pins | 11 1 03508 00 |
Hier bezeichnet „/P“ Anschlussdrähte; das Kürzel darf nicht allgemein als „Printpins“ übersetzt werden. Bei der PT-Ausführung zeigt die Zeichnung einen Kontakt am Pluspol und zwei Kontakte am Minuspol. Für die beiden Minusanschlüsse ist ein Abstand von 10,16 mm angegeben. Das ist kein vollständiges Leiterplatten-Bohrbild und kein allgemeines Rastermaß aller Dreipin-Batterien.
Die SL-350/P-Zeichnung nennt dagegen einen Drahtdurchmesser von 0,8 mm und jeweils 45 mm freie Drahtlänge. Solche Unterschiede bleiben bei einer Bestellung nur nach „SL-350“ unbestimmt.
Welche Angaben gehören in die Anschlusszeichnung?
Die Zeichnung muss dieselbe Ausführung beschreiben wie die Bestellposition. Für die Entwicklung gehören Batteriezeichnung und Leiterplattenlayout zusammen; für einen Ersatz sind Originalreferenz und freigegebene Geräteunterlagen maßgeblich.
- Identität: Hersteller, vollständiger Zelltyp, Anschlussvariante, Bestellnummer und Zeichnungsstand angeben.
- Orientierung: Bauteilansicht, Unteransicht oder Stirnansicht benennen. Eine Bezugskante und die Einbaurichtung festlegen.
- Kontaktlage: Alle Positionen und ihre Polzuordnung dokumentieren. Bei unregelmäßiger Anordnung helfen Koordinaten mit eindeutigem Ursprung.
- Maße: Zellkörper, Anschlussüberstände, Kontaktquerschnitt, freie Anschlusslänge und Abstand zur Leiterplatte erfassen.
- Toleranzen: Angegebene Grenzmaße übernehmen; fehlende Toleranzen vor einer verbindlichen Freigabe mit dem Lieferanten klären.
- Montagebedingungen: Isolierung, Befestigung, zulässige Verarbeitung und mechanische Beanspruchung festlegen.
Ein Pin mit 0,8 mm Durchmesser verlangt nicht automatisch eine Leiterplattenbohrung von 0,8 mm. Fertigungstoleranzen, Beschichtung und Montageverfahren müssen zusammenpassen. Bei flachen Pins werden Breite und Dicke getrennt angegeben. Die Leiterplattenfertigung legt das passende Bohrungs- und Pad-Design anhand der freigegebenen Bauteilmaße fest.
Praxis-Tipp: Legen Sie den Zeichnungsstand in Anfrage, Angebot und Bestellung identisch fest. Ein Katalog-Nennmaß ohne angegebene Toleranz wird nicht durch eine selbst ergänzte ±-Angabe zur zugesicherten Lieferdimension.
Auch eine mechanisch passende Batterie muss elektrisch geeignet sein. Prüfen Sie Spannung, Zellchemie, Dauer- und Pulsstrom, Temperatur sowie die zulässigen Gerätespannungen. Im WSB-Shop finden Sie Lithium-Industriebatterien mit unterschiedlichen Anschlussausführungen. Für gerätespezifischen Ersatz nutzen Sie außerdem Speicher- und Pufferbatterien.
Ausgefülltes Muster: Eine technisch verwertbare Anfrage
Das folgende Beispiel ist fiktiv und beschreibt eine Anfrage für eine neue Messbaugruppe. Es ist keine bestätigte Gerätefreigabe und keine Aussage zur Lieferbarkeit. Die Entwicklung prüft die elektrische Eignung und gibt das endgültige Leiterplattenlayout vor der Bestellung frei.
Fiktive Musteranfrage: „Für eine neue Messbaugruppe bitten wir um Zuordnung und Angebot einer Tadiran SL-350/PT, Sachnummer 11 1 03508 00, Lithium-Thionylchlorid-Primärbatterie, 3,6 V. Gewünscht ist die kontaktierte PT-Ausführung gemäß Tadiran-Broschüre PDC26Deu, gedruckte Seite 5: ein Pluskontakt und zwei Minuskontakte; Abstand der Minusanschlüsse 10,16 mm. Maß- und Toleranzangaben der Herstellerzeichnung sollen ohne abweichende Umformung übernommen werden. Bitte bestätigen Sie die lieferbare Ausführung und stellen Sie die zugehörige aktuelle Anschlusszeichnung bereit. Fehlende Grenzmaße sind vor der Layoutfreigabe zu klären. Unser angenommenes Lastprofil beträgt 2 µA im Ruhezustand und 1 mA für 200 ms einmal pro Stunde bei 0 bis 40 °C. Die benötigte Mindestspannung am Gerät beträgt 3,0 V. Bitte unterstützen Sie die Prüfung der Zelle für dieses Profil. Musterbedarf: 20 Stück; angenommener Jahresbedarf: 1.200 Stück. Alternative Zellen oder Anschlussausführungen benötigen eine gesonderte technische Freigabe.“
Bei einer Ersatzanfrage ergänzen Sie Gerätehersteller, Modell und Original-Ersatzteilnummer. Fotos von Etikett, Anschluss und sicher zugänglicher Einbausituation helfen bei der Zuordnung. Ist die Anschlusszeichnung nicht bekannt, kennzeichnen Sie die Anfrage entsprechend; eine Sichtprüfung ersetzt die noch fehlende Freigabe nicht.
Welche Fehler führen besonders leicht zur falschen Bestellung?
- Nur Grundzelltyp und Spannung nennen, obwohl mehrere kontaktierte Varianten existieren.
- Eine Pinbelegung aus der Anzahl der Kontakte oder einem unbeschrifteten Foto ableiten.
- Ein einzelnes Rastermaß mit dem vollständigen Leiterplatten-Bohrbild gleichsetzen.
- Anschlussdrähte oder Fahnen nachträglich verändern, um einen mechanischen Unterschied auszugleichen.
- Eine neue Zeichnung verwenden, während die Bestellung noch den bisherigen Stand nennt.
Häufige Fragen zu Lötfahnen und Printpins
Sind U- und Z-Lötfahnen austauschbar?
Nur wenn die konkrete Kontaktanordnung, Maße, Polarität und Einbausituation übereinstimmen und die Ausführung freigegeben ist. Die gleiche Zellreferenz allein bestätigt das nicht.
Ist der dritte Pin immer ein zusätzlicher Minusanschluss?
Nein. Die Belegung ist aus der Zeichnung des exakten Typs zu übernehmen. Das oben beschriebene Polbild gilt für das genannte Herstellerbeispiel und lässt sich nicht allgemein übertragen.
Darf eine Batterie mit Printpins durch eine lose Zelle ersetzt werden?
Das ist kein unmittelbarer Ersatz. Kontaktierung, Halterung, Leiterplatte und Befestigung würden sich ändern. Dafür ist eine technische Neubewertung der Baugruppe erforderlich.
Reicht ein Foto für die Auswahl?
Ein Foto unterstützt die Anfrage, liefert aber meist keine belastbaren Maße, Toleranzen oder eindeutige Belegung. Nutzen Sie möglichst die vollständige Referenz und eine aktuelle Anschlusszeichnung.
Industriebatterie mit passendem Anschluss anfragen
Senden Sie WSB die vollständige Zell- oder Ersatzteilreferenz, Anschlusszeichnung und Informationen zur Anwendung. Ergänzen Sie Polbild, Einbauraum und Stückzahl. So lässt sich eine vorhandene Ausführung zuordnen oder weiterer Abstimmungsbedarf erkennen.
Batterie mit passendem Anschluss anfragen
